Hufpflege

HUFPFLEGE

Durch die in den letzten Jahrzehnten stark veränderte Nutzung unserer Pferde vom reinen Arbeitstier – zum Sportkameraden – hin zum reinen Freizeitpartner sind die Ansprüche der Pferdehalter auch diesem Wandel unterlegen. Der aufgeklärte Pferdebesitzer informiert sich ständig, wie er die Haltung seines Pferdes verbessern und optimieren kann. So werden die Pferde in unserem Land immer artgerechter gehalten und die Möglichkeit, ein Pferd barfuss laufen zu lassen wird damit immer größer und rückt weiter in den Vordergrund, denn dies ist die natürlichste Art der Fortbewegung für ein Pferd.

Wenn ein Pferd gänzlich ohne Hufschutz auskommen soll, sind folgende Kriterien zu beachten:

Die Haltung des Pferdes

Optimale Vorraussetzung für ein barhuf laufendes Pferd ist ein Zuhause im Offenstall mit unterschiedlichen Bodenbeschaffenheiten, also harten und weichen Böden und der Möglichkeit, sich 24 Stunden frei zu bewegen.

Die Nutzung des Pferdes

Ein Pferd, das ständig auf harten Böden wie Schotter oder Asphalt in allen Gangarten geritten und/oder gefahren wird benötigt ziemlich bald einen Hufschutz. Diese Bedingungen findet es in der Natur nicht vor und darauf sind seine Hufe auch bei besten Voraussetzungen und Pflege nicht ausgerichtet.

Das Exterieur und die Gliedmaßenstellung

Die Hufe sollten so bearbeitet werden, dass sie zu der von der Natur aus vorgegebenen Stellung des Pferdes passen, dies schont die Knochen und Gelenke und das Pferd kann sich in seiner natürlichen Balance fortbewegen.

Das Alter und eventuelle Krankheiten des Pferdes

Krankheits- und altersbedingte Veränderungen am Bewegungsapparat des Pferdes sind bei der Hufbearbeitung ebenfalls immer zu berücksichtigen. Evtuell ist auch krankheitsbedingt ein orthopädischer Beschlag sinnvoller als das Pferd weiterhin barhuf laufen zu lassen. 

Meine Barhufpflege im Überblick:

Der Pferdebesitzer wird zu den vorgenannten Kriterien befragt.

Jede Hufbearbeitung, auch die Barhufpflege, beginnt mit der Beurteilung des Pferdes im Stand und beim anschließenden Vorführen im Schritt und Trab.

Sohle und Eckstreben werden mit dem Hufmesser nur sehr rücksichtsvoll und nicht zu viel beschnitten. Auch der Strahl soll beim Barhuf mittragen, daher wird er nicht zu sehr gekürzt, sondern nur die seitliche und mittlere Strahlfurche sauber ausge-schnitten.

Der Tragrand wird gekürzt und mit der Hufraspel plan gemacht.

Auch die Zehen-, Seiten- und Trachtenwand wird von außen beraspelt, so dass der Huf passend zum Fesselstand steht und das Pferd in seine Balance kommt.

Mit der Hufraspel werden zum Schluss die Kanten berundet und das Pferd wird noch einmal in der Bewegung begutachtet.

Wichtig für die Gesunderhaltung des Pferdes ist eine regelmäßige Hufpflege zumindest alle 6 – 8 Wochen, bei vernachlässigten Hufen oder Huferkrankungen auch öfter!

Vom Hufschutz zum Barhuf:

Gerne helfe ich Ihnen auch bei der Umstellung Ihres Pferdes von Hufschutz auf Barhufhaltung. Diese sollte behutsam erfolgen, insbesondere bei Pferden, die schon sehr lange und dauerhaft mit Hufschutz leben. Doch gerade solchen Pferden tun gelegentliche Beschlagspausen sehr gut und das Horn kann gesund nachwachsen für den nächsten Beschlag.